Deutsche Gäste bleiben Kroatiens wichtigster Auslandsmarkt. Sie sind meist etwas älter, lieben Istrien und entscheiden sich zunehmend für Hotelzimmer, wobei sie spürbar mehr ausgeben als noch vor wenigen Jahren.
Deutsche Touristen kamen schon immer in großer Zahl nach Kroatien, und offizielle Daten zeichnen nun ein umfassendes Profil des deutschen Gastes an der Adria. Im Jahr 2026 ist er im Durchschnitt mittleren Alters, Istrien treu und bleibt dort länger als der durchschnittliche ausländische Gast. Er bevorzugt deutlich Campingplätze, wobei sich eine allmähliche Verlagerung hin zu Hotelunterkünften abzeichnet.
Mit 21 Millionen Übernachtungen war Deutschland 2025 laut Daten des kroatischen Statistikamts weiterhin mit Abstand der größte ausländische Markt für den kroatischen Tourismus. Auch in der laufenden Saison dürften Gäste aus dem deutschsprachigen Raum das Rückgrat des ausländischen Tourismus bilden. Daher stellt sich die Frage, welcher Typ deutscher Gäste heute eigentlich nach Kroatien kommt.
Die Antwort beginnt beim Alter. Kroatien ist im Schnitt eher bei etwas älteren Deutschen beliebt. Laut offiziellen Daten ist die Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen am stärksten vertreten, bei einem nahezu ausgeglichenen Geschlechterverhältnis (51,6 % Männer, 48,3 % Frauen).
Gerade diese Altersgruppe hält einer Region besonders die Treue. Mit 10 Millionen Übernachtungen ist Istrien Jahr für Jahr die mit Abstand stärkste Region bei deutschen Gästen. Es folgen der Kvarner mit 4,5 Millionen Übernachtungen sowie mehrere dalmatinische Cluster mit niedrigeren Zahlen.
Auf der Ebene einzelner Orte ist das Bild noch deutlicher, denn die zehn meistbesuchten Destinationen sind fast ausschließlich istrische Orte. Rovinj führt mit 1,38 Millionen Übernachtungen, gefolgt von Poreč, Medulin, Funtana, Vrsar, Umag, Tar und Pula. Die einzigen beiden Destinationen außerhalb Istriens an der Spitze der Rangliste sind Krk und Mali Lošinj.
Der größte Teil der Übernachtungen deutscher Gäste in Kroatien entfällt zudem auf Privatunterkünfte, Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Im Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2025 machten sie 46 Prozent aller Übernachtungen aus.
Campingplätze sind bei deutschen Touristen seit jeher beliebt und lagen in diesem Zeitraum mit 38 Prozent an zweiter Stelle. Hotels hatten mit 16 Prozent den kleinsten Anteil, weisen jedoch einen steigenden Trend auf. Dieser Trend geht mit einem wachsenden Hotelangebot in Poreč und Umag einher, wo Hotelketten wie Plava Laguna führend sind.
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch jenseits der kroatischen Grenzen. Laut einer deutschen Studie der FUR stieg der Hotelanteil an allen Reisen der Deutschen weltweit von 49 Prozent im Jahr 2019 auf den Rekordwert von 55,9 Prozent im Jahr 2023. Diese Zahl deutet auf einen breiteren Wandel der Gewohnheiten und Prioritäten hin und nicht nur auf eine vorübergehende Mode.
Hinter der Verlagerung hin zu Hotels steht auch ein verändertes Ausgabeverhalten, denn deutsche Touristen geben in Kroatien im Schnitt mehr aus als früher. Laut FUR-Daten stiegen die durchschnittlichen Ausgaben pro Reise ab fünf Tagen von 1.033 Euro im Jahr 2019 auf 1.337 Euro im Jahr 2023, ein Plus von 29 Prozent.
Die Tagesausgaben eines deutschen Touristen in Kroatien belaufen sich auf 77 Euro. Sie liegen damit niedriger als etwa in Griechenland (142 €), einem weiteren Mittelmeerland. Der Unterschied spiegelt jedoch eher die Struktur des Kroatienurlaubs wider als tatsächlich geringere Gesamtkosten pro Reise. Dazu gehören längere Aufenthalte und ein höherer Anteil im Voraus bezahlter Pauschalreisen.
Wie der deutsche Gast überhaupt an diese Küste gelangt, erklärt sich zu einem guten Teil durch die Geografie. Insbesondere Menschen aus Süddeutschland nehmen Kroatien, ebenso wie Italien, nach wie vor als Reiseziel für die Anreise mit dem Auto wahr. Bei Ländern wie der Türkei oder Spanien dominieren dagegen Flugpauschalreisen.
Die Saison 2026 bestätigt diese Stabilität bislang. In den ersten sieben Monaten verzeichneten deutsche Gäste in Kroatien 10,3 Millionen Übernachtungen, und der Juli war der beste Monat der letzten zwei Jahre. Was sich jedoch verändert, ist die Wahl der Unterkunft, denn immer mehr Gäste entscheiden sich für ein Hotelzimmer. Das Ausgabenwachstum zeigt zudem, dass mit dieser Verlagerung auch die Bereitschaft einhergeht, für eine bessere Unterkunft mehr zu bezahlen.
Martin Hermann ist Gründer und Chefredakteur der Website. Er überwacht die redaktionelle Qualität und veröffentlicht Inhalte zu verschiedenen aktuellen Themenbereichen.

